In der Diagnostik autoimmuner Leber- und Skelettmuskelerkrankungen liefern monospezifische IgG-Autoantikörperbestimmungen im Serum wichtige Informationen. Für diese Analytik bieten wir Nachweise im multiparametrischen ImmunoblotFormat an:
1. Bei den Hepatopathien werden qualitative Antikörper gegen die leberspezifischen Antigene AMA-M2, M2-3E, LKM-1, LC-1 und SLA/LP erfasst.
Der Nachweis dieser spezifischen Autoantikörper erlaubt in den meisten Fällen, sowohl eine Abgrenzung der drei autoimmunen Hepatopathien voneinander als auch eine Unterscheidung von infektiösen, toxischen und anderen Formen der Hepatitis[1].
2. Die idiopathischen inflammatorischen Myopathien (IIM, auch Myositiden) sind eine Gruppe heterogener Autoimmunerkrankungen der Skelettmuskulatur.
Bei Verdacht auf IIM werden ebenfalls Autoantikörper mit einem Immunoblotverfahren analysiert. Der qualitative Nachweis umfasst Autoantikörper gegen folgende Antigene: Mi-2α, Mi-2β, TlF1γ, MDA5, NXP2, SAE1, Ku, PM-Scl100, PM-Scl75, Jo-1, SRP, PL-7, PL-12, EJ, OJ und Ro-52.
Da die finale Diagnose der IIM komplex ist und häufig erst spät gestellt wird, empfiehlt die aktuelle deutsche Leitlinie neben der Durchführung einer klinischen Untersuchung mit Erhebung der Muskelkraftgrade und des Verteilungsmusters der Paresen, eine morphologische Analyse von Muskelbiopsien sowie die Bestimmung der Laborparameter einschließlich Autoantikörpern. Alle Untersuchungsbefunde sollten parallel und gleichwertig in die Differenzialdiagnostik einfließen[2].
Für Fragen zu den beschriebenen Analysen oder zu autoimmunologischer Diagnostik allgemein stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Ihre Laborarztpraxis Osnabrück
[1] Strassburg CP et al. S2k Leitlinie Autoimmune Lebererkrankungen Z Gastroenterol 2017; 55: 1135–1226 [2] Wiendl H, et al. Myositissyndrome, S2k-Leitlinie. Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie (2022)
